Kultur braucht Raum – Jugend braucht Raum, eine Solidaritätserklärung

Seit über 25 Jahren bertreibt das SJZ Jugendarbeit in verschiedensten Bereichen. Das Angebot reicht von regelmäßigen Thekenabenden über Musikkonzerte und Partys bis hin zu politischen Bildungsveranstaltungen und praktischen Workshops, bei denen Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, eigenständig Alltagsgegenstände herzustellen oder zu reparieren.

Es stand immer im Vordergrund jungen Künstler*innen eine Bühne zu bieten und einen Anlaufpunkt für junge Menschen unabhängig ihrer Herkunft und finanziellen Möglichkeiten zu bieten. Dabei agierte man immer politisch unabhängig, spenden- bzw. eigenfinanziert und speiste seine Arbeit aus dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Dem SJZ ist es auch zu verdanken, dass zahlreiche Jugendliche, welche zunächst auf die ,,schiefe Bahn“ geraten waren, wieder einen Weg in eine geregelte Existenz gefunden haben. Im SJZ hatten diese die Möglichkeit, ihre Selbstwahrnehmung zu optimieren und zu lernen, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, ohne wegen Ihrer Vorgeschichte, ihrem finanziellen Stand, ihrer Herkunft oder ihrer Sexualität vorverurteilt zu werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Jugendzentren, in denen professionelle Pädagogische Arbeit geleistet wird, ist es dem SJZ möglich, durch die Selbstorganisation wesentlich näher an der Lebenswelt der Jugendlichen zu interagieren und sie dadurch besonders gut zu erreichen.

Doch nun steht das SJZ kurz vor dem Aus. Seit Februar 2016 ist das SJZ obdachlos.

Um Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen, wurden dem SJZ die Räumlichkeiten genommen. Auch wenn wir es begrüßen, dass die Stadt Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung stellt, wirkt es als sollten die Interessen der Geflüchteten gegen die des alternativen Jugendprojektes ausgespielt werden. Alle anderen Vereine, die am Haufeld angesiedelt waren, erhielten alternative Räumlichkeiten. Nur das SJZ ging leer aus! Auch in den folgenden Gesprächen wollte man seitens der Stadt keine Lösung auf Augenhöhe finden. Man spekulierte auf die mangelnde Kenntnis des SJZ-Vorstandes im Immobilienrecht und scheute auch sonst keine Gelegenheit um das SJZ wegen Formalitäten zu vertrösten. Lediglich dem jungen Forum Kunst, welches dem SJZ alle zwei Wochen übergangsweise seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und dem JKC Troisdorf, in dessen Räumen gelegentlich Konzerte vom SJZ organisiert werden können, um die Kasse stabil zu halten ist es zu verdanken, dass das Vereinsleben noch nicht vollständig zum Erliegen gekommen ist.

Aus diesen Gründen fordern wir die Stadt Siegburg auf, das SJZ als Freiraum zu erhalten und es schnellstmöglich wieder in neuen Räumen unterzubringen!  Wer an unserer Jugend spart, der verzockt unsere Zukunft!

Jusos Siegburg

Grüne Jugend Rhein-Sieg

Linksjugend [’solid] Rhein-Sieg

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