Rund 1000 Menschen setzten Zeichen gegen rechte Hetze im Rhein-Sieg-Kreis

Klare Verhältnisse herrschten auf dem Siegburger Marktplatz: Während nur rund 150 teils weit angereiste Menschen dem Aufruf der „AfD“ nachkamen, setzten rund 1000 Bürgerinnen und Bürger ein deutliches Zeichen für Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz. Das neu gegründete Bündnis „Bunter Rhein-Sieg-Kreis“ war von Jusos, Grüner Jugend, Jungen Liberalen, SPD und Grünen ins Leben gerufen worden und hatte zur friedlichen Gegenkundgebung gegen den Aufmarsch der „AfD“ Rhein-Sieg aufgerufen. Dem Bündnis schlossen sich auch der DGB, die AWO, der SKM, die Kirchen und weitere Parteien wie CDU, FDP und Piratenpartei sowie Flüchtlingsinitiativen an.

Auf der Bühne bot das Bündnis ein buntes Programm aus Ansprachen und Live-Musik. Auch der PoetrySlammer „No Limit“ steuerte einen seiner Texte zum kulturellen Teil des Programms bei.

Den politischen Teil eröffnete Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn (CDU), der sich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern bedankte, die bei der Versorgung von Flüchtlingen anpackten. Der Bürgermeister wehrte sich gegen die „würdelose Propaganda“ der „AfD“ und verwies darauf, dass die Nationalfarben nicht für „dumpfe Ab- und Ausgrenzung“ stünden. Der Juso-Kreisvorsitzende Mario Dahm forderte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, den Mund aufzumachen gegen Rassismus und Hetze. „Diffuse Ängste und Hass sind eben kein politisches Konzept und daher ist die selbsternannte ‘AfD‘ auch keine Alternative“, so der Juso-Vorsitzende.

v.l.n.r. Mara Humpfle, Volker Beck, Imke Geske, Nina Droppelmann

v.l.n.r. Mara Humpfle, Volker Beck, Imke Geske, Nina Droppelmann

Extra aus Berlin angereist war Volker Beck, der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion. „Die AfD steht nicht für unsere kulturelle Tradition und nicht für die Zukunft unseres Landes“, so der Abgeordnete. Wie die anderen Redner betonte auch der Landtagsabgeordnete Dirk Schlömer (SPD), dass es nicht darum ginge, Probleme kleinzureden. Aber auf dem Rücken schutzsuchender Menschen dürfe niemand mit perfider Rhetorik seine rechtspopulistische Propaganda betreiben. „Hier stehen über 1000 Menschen von heute gegen 100 Ewiggestrige“, sagte Schlömer unter Applaus der Menge.

Sprecherin der Grünen Jugend Rhein-Sieg Imke Geske

Sprecherin der Grünen Jugend Rhein-Sieg Imke Geske

Imke Geske von der Grünen Jugend erinnerte daran, dass man bereits vor Jahren auf die rechten Tendenzen in der „AfD“ aufmerksam gemacht habe. „Es freut uns umso mehr, dass sich nun ein breites Bündnis aus Parteien, Jugendorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen gegen diese rechte Ideologie stellt und ein starkes Zeichen setzt“, so die Sprecherin der Grünen Jugend.

Im Anschluss an die Reden sorgten die Bands „Jack&Joe+Maximus“ und „Die Lillis“ solange mit ihrer Musik für gute Stimmung, bis der letzte „AfD“-Sympathisant den Marktplatz geräumt hatte. Die Polizei sicherte die Kundgebungen mit einem großen Aufgebot. Alles blieb friedlich, sodass Siegburg an diesem Abend ein starkes Zeichen für einen bunten Rhein-Sieg-Kreis setzte.

Keine Hetze im Rhein-Sieg-Kreis! Bündnis ruft zu Demonstration für Menschlichkeit, Vielfalt und Solidarität in Siegburg auf

Am Donnerstag, den 18.2., lädt die „AfD“ Rhein-Sieg zu einem „Protestmarsch“ gegen das von der Partei so bezeichnete „Asylchaos“ in Siegburg ein. Damit die rassistischen Parolen nicht unwidersprochen bleiben, ruft ein neu gegründetes Bündnis „Bunter Rhein-Sieg-Kreis“ aus Jusos, Grüner Jugend, Jungen Liberalen, SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rhein-Sieg-Kreis zu einer Kundgebung für Menschlichkeit, Vielfalt und Solidarität und gegen Rassismus, Hass und Hetze um 18.30 Uhr auf dem Siegburger Marktplatz auf. Neben zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind auch weitere unterstützende Organisationen gerne gesehen.

Gemeinsam wollen die Bündnispartner ein friedliches Zeichen für einen bunten, offenen und humanen Rhein-Sieg-Kreis setzen und fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich den Parolen der selbsternannten „Alternative“ entgegenzustellen, die gezielt Politik auf dem Rücken von schutzsuchenden Menschen macht. Mit André Poggenburg hat die „AfD“ einen Redner vom besonders rechten Rand der Partei angekündigt. Die Gegen-Kundgebung soll eine Antwort der Anständigen auf Schießbefehl-Diskussionen, rassistische Vorverurteilungen, Nationalchauvinismus und Verschwörungstheorien sein, die das politische Klima im Land vergiften.

Ort und Uhrzeit der Kundgebung können sich noch ändern. Änderungen werden auf den Internetseiten der unterstützenden Organisationen und in den sozialen Netzwerken bekanntgegeben.

Das Bündnis ruft ausschließlich zu friedlichem Protest auf!

Aufruf Demo

Kein Parteien-Bashing auf dem Rücken von Trans*menschen!

Leserbrief an den General-Anzeiger

Am 4.12. erschien auf der Titelseite des General-Anzeigers der Artikel „Ein Herz für Minderheiten“, der sich mit dem Einsatz der Jusos in der SPD für die Belange und Rechte von Trans*menschen auseinandersetzte. Die Aussagen über den Stellenwert der Rechte eben jener Menschen bewegen uns dazu, mit diesem Leserbrief zu antworten. Es zeugt von einem fragwürdigen Menschenbild, dass hinter dem verspotteten Einsatz der Jusos für die Rechte von Trans*menschen lediglich ein fehlgeleitetes politisches Kalkül ausgemacht wird. Die Interessen dieser Menschen werden der Lächerlichkeit preisgegeben, wenn Herr Pfundt abfällig von jenen Menschen spricht, die „weder Männlein noch Weiblein“ sein wollen, so als handle es sich dabei um eine Karnevalskostümierung. Die Diskussion mag für viele abstrakt sein, weil man sich nicht vorstellen kann, wie das ist, transsexuell oder Transgender zu sein oder sich im falschen Körper zu fühlen. Wenn es dann heißt, dass das doch nur 20.000 bis 80.000 Menschen in Deutschland betreffe, deren Anliegen in die Nähe von Belanglosigkeiten gerückt werden, und das doch gar kein ausreichendes Wählerpotential für die SPD sei, ist das nichts anderes als menschenverachtend.

Hier schlägt man nicht auf den SPD-Nachwuchs ein, sondern auf Menschen, die in ihrem Alltag schon genug Diskriminierung erleben müssen. Das kann man sich als klassisch heterosexueller, weißer, männlicher Politikredakteur offenbar nicht vorstellen. Wir aber stehen für das Recht auf freie Selbstentfaltung des Einzelnen unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen. Nimmt es der „Mehrheit“ etwas weg, wenn man auch „Minderheiten“ Gehör schenkt? Nein!

Und damit sind wir beim zweiten Punkt. Niemand muss sich persönlich für die Belange transsexueller Menschen interessieren. Aber Politik muss es. Folgt man den Ausführungen von Herrn Pfundt und seiner Prämisse, dass es in der Politik nicht um Inhalte, sondern stets um Wählerfang geht, dürften sich Parteien nur noch um die Interessen vermeintlich großer Bevölkerungsgruppen kümmern. In einem Land, das nach solchen Grundsätzen verfährt, möchten wir nicht leben. Ja, wir setzen uns auch für Minderheiten ein! Aus Überzeugung und nicht aus Berechnung, gerne auch gegen den Mainstream. Und dennoch ist es journalistisch unredlich, aus einem einzigen, wichtigen Antrag der Jusos zum SPD-Parteitag eine neue Strategie der SPD herauslesen zu wollen, so als habe die Sozialdemokratie nichts mehr zu bieten. Wenig zu bieten hat vielmehr der GA-Redakteur Pfundt, der sich über die als lächerlich gebrandmarkten Interessen von Trans*menschen erhebt, um die SPD als „Kleinstgruppen-Kümmerer“ zu verspotten. Wir können da leider nicht mitlachen.

Da sich der General-Anzeiger so interessiert an dem Thema zeigt, gehen wir nicht nur davon aus, dass diese Gegendarstellung auch auf der Titelseite erscheint, sondern bieten uns auch gerne an, eine ganze Reihe zur Situation und Lage von Trans*menschen mitzugestalten.

Mario Dahm, Jusos Rhein-Sieg

Jessica Rosenthal, Jusos Bonn

Imke Geske, Grüne Jugend Rhein-Sieg

Isabel Elsner & Lukas Benner, Grüne Jugend Bonn

Robert Wendt, SchLAu Rhein-Sieg

Kein Platz für rechte Parolen im Rhein-Sieg-Kreis

Am kommenden Freitag, den 13.11.2015 will Pro NRW unter anderem im Rhein-Sieg-Kreis Stimmung gegen Flüchtlinge machen. Um 14 Uhr in Königswinter und um 16 Uhr in Meckenheim will pro NRW ihre rechten Parolen verbreiten. Die Grüne Jugend Rhein-Sieg ruft zum Protest gegen rechte Stimmungsmache und für Toleranz auf. In Meckenheim findet ab 15:45h eine Gegendemonstration am HIT statt.

Dazu erklärt Imke Geske, Sprecherin der Grünen Jugend Rhein-Sieg:

„Wir setzen uns schon seit Jahren mit vielfältigen Aktionen entschieden gegen rechte Ideologien und für eine tolerante und offene Gesellschaft ein. Gemeinsam mit vielen anderen wollen wir auch am Freitag wieder ein starkes Zeichen gegen rechts setzen.“

Lars Beer, Sprecher der Grünen Jugend Rhein-Sieg, ergänzt:

„Mit ihrer Hetze gegen Flüchtlinge und insbesondere gegen den Islam schürt Pro NRW Vorurteile und Hass in der Gesellschaft. Deshalb rufen wir dazu auf: Beteiligt euch an den Gegendemonstrationen! Im Rhein-Sieg-Kreis ist kein Platz für rechte Parolen!“

Grüne Jugend Rhein-Sieg wählt neuen Vorstand

Die Grüne Jugend Rhein-Sieg hat am Samstag, den 10.Oktober, auf ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Im Amt der Sprecherin der Grünen Jugend Rhein-Sieg wurde Imke Geske aus Troisdorf bestätigt. Neu als Sprecher gewählt wurde Lars Beer aus Niederkassel. Das Amt des Schatzmeisters wird auch in Zukunft von Tobias Hasenberg aus Meckenheim geführt. Nina Droppelmann aus Eitorf ist nun Schriftführerin der Grünen Jugend Rhein-Sieg. Mara Humpfle aus Lohmar, die als Beisitzerin gewählt wurde, komplettiert den neuen
Vorstand.

Zur Wahl erklärt Imke Geske:
„Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern für das Vertrauen und freuen uns auf ein tolles Jahr mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen! Mit einer guten Mischung aus erfahrenen Vorstandsmitgliedern und einigen neuen Gesichtern starten wir voller Energie in die nächste Zeit! Wir wollen die erfolgreiche Arbeit der Grünen Jugend Rhein-Sieg aus den letzten Jahren fortführen und noch viel mehr erreichen!“

Lars Beer ergänzt:
„Inhaltlich wollen wir uns in der nächsten Zeit unter anderem mit den Themen Klimapolitik, Tierrechte und Asylpolitik beschäftigen. Auch unser Engagement für Toleranz und gegen jede Form der Diskriminierung werden wir auf jeden Fall weiter fortsetzen. Außerdem planen wir, die Vernetzung innerhalb der Grünen Jugend und mit den anderen Jugendverbänden vor Ort weiterzuentwickeln.“

Einladung zur KMV am 10.10.2015 um 16h in Siegburg

Wir laden euch hiermit zu unserer vierten Kreismitgliederversammlung (KMV) der Grünen Jugend Rhein-Sieg im Jahr 2015 ein. Die KMV findet am Samstag, den 10.10.2015 von 16-18 Uhr im Casbah in Siegburg (Markt 35) statt.

Wahlen eines neuen Vorstandes

Da wir diesen TOP auf der letzten KMV leider vertagen mussten, stehen die Wahlen eines neuen Vorstandes diesmal im Mittelpunkt. Der geschäftsführende Vorstand besteht aus einem SprecherInnen-Team, einer Schatzmeisterin / einem Schatzmeister und einer Schriftführerin / einem Schriftführer. Dazu können wir noch BeisitzerInnen wählen. Außerdem müssen wir unsere VertrerInnen im Basisforum der GJ NRW, RechnungsprüferInnen und VertreterInnen in den Gremien der Grünen Rhein-Sieg wählen. Wenn ihr euch für eine der Aufgaben interessiert, freuen wir uns sehr über eure (gerne auch spontanen, formlosen) Bewerbungen bei der Kreismitgliederversammlung. Habt ihr noch Fragen zu den einzelnen Funktionen? Dann wendet euch gerne direkt an uns (vorstand@gjrs.de).

Anträge an die Mitgliederversammlung können bis zu Beginn der Mitgliederversammlung schriftlich eingereicht werden. Satzungsänderungsanträge können noch bis zum 30.09.2015 gestellt werden. Die aktuelle Satzung findet ihr auf unserer Homepage (www.gjrs.de).

Tagesordnung

1.) Formalia
2.) Satzungsänderungsanträge
3.) Vorstandswahlen
3a.) Wahl der SprecherInnen (ein weiblicher und ein offener Platz)
3b.) Wahl einer Schatzmeisterin / eines Schatzmeisters
3c.) Wahl einer Schriftführerin / eines Schriftführers
3d.) Beschluss über die zu wählende Anzahl von BeisitzerInnen
3e.) Wahl der BeisitzerInnen
4.) Wahl von VertreterInnen in Kreisvorstand und Kreisdelegiertenkonferenz der Grünen Rhein-Sieg
5.) Wahl der VertreterInnen im Basisforum der GJ NRW
6.) Wahl der RechnungsprüferInnen
7.) Planung des restlichen Jahres 2015
8.) Berichte aus den Basisgruppen
9.) Terminankündigungen

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Vorstand,

Imke, Kjell, Tascha, Tobias und Mara

Nächstes Treffen: 23.05.2015 um 14 Uhr im Hotel Regina (Troisdorf)

Am Samstag, den 23.05.2015, um 14 Uhr laden wir alle an grünen Themen intressierten jungen 
Menschen aus dem Rhein-Sieg-Kreis zu einem Aktiventreffen im Hotel Regina in Troisdorf 
(Hippolytusstraße 23) ein. Dort können wir gemeinsam unsere nächsten Aktionen planen und 
über aktuelle Themen sprechen. Wir freuen uns besonders über neue Gesichter!

Bei Fragen meldet euch gerne unter info@gjrs.de

Einladung zur Kreismitgliederversammlung am 08.03.2015 um 14 Uhr

Wir laden euch hiermit zu unserer ersten Kreismitgliederversammlung (KMV) der Grünen Jugend Rhein-Sieg im Jahr 2015 ein. Die KMV findet am Sonntag, den 8. März von 14 – 16 Uhr im Hotel Regina (Hippolytusstr. 23, 53840 Troisdorf) statt.

Jahresplanung und Wahlen

Auf der KMV wollen wir uns inhaltlich mit der Jahrsplanung für 2015 beschäftigen und überlegen, welche Aktionen wir als Grüne Jugend Rhein-Sieg in diesem Jahr machen könnten und mit welchen Themen wir uns auseinandersetzen wollen.

Darüber hinaus stehen auch wieder Wahlen an. Wir wählen einen offenen BeisitzerInnenposten sowie zwei RechnungsprüferInnen nach. Auch eine Vertretung in der Kreisdelegiertenkonferenz (KDK) der Grünen Rhein-Sieg wird neu gewählt. Wenn ihr euch für eine der Aufgaben interessiert, freuen wir uns sehr über eure (gerne auch spontanen, formlosen) Bewerbungen bei der Kreismitgliederversammlung. Habt ihr noch Fragen zu den einzelnen Funktionen? Dann wendet euch gerne direkt an uns.

Anträge können bis zu Beginn der Mitgliederversammlung schriftlich eingereicht werden. Bei Anträgen zur Änderung der Satzung liegt die Frist bei 10 Tagen.

Vorschlag zur Tagesordnung

1.) Formalia

2.) Satzungsänderungsanträge

3.) Jahresplanung 2015

4.) Nachwahl einer Beisitzerin / eines Beisitzers

5.) Wahl der RechnungsprüferInnen

6.) Wahl einer Vertreterin / eines Vertreters in der KDK der Grünen Rhein-Sieg

7.) Haushalt 2015

8.) Berichte aus den Basisgruppen

9.) Terminankündigungen

Wir freuen uns auf Euch.

TTIP und CETA stoppen!

Ein Kontinent begehrt auf: Am Samstag, den 11.10.2014, gibt im Rahmen eines Aktionstages in ganz Europa in vielen Städten Aktionen, um ein starkes Signal gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) zu setzen. Trotz verstärkter Proteste treibt die EU TTIP durch „Verhandlungen unter Verschluss“ immer weiter voran. Als Ergebnis drohen etwa die rabiate Absenkung von Umwelt-, Verbraucherschutz- und Sozialstandards sowie das Aushöhlen des Rechtsstaates, speziell durch undemokratische Sondergerichte für Klagen von Firmen gegen Staaten. Das dient den Interessen der Großkonzerne, nicht aber den Interessen der Bürger*innen. Eine Übersicht über die Orte, an denen Aktionen stattfinden und mehr Informationen zum Aktionstag findet ihr hier.

Jetzt erst recht: Selbstorganisierte europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA

Um die Handelsabkommen zu stoppen, haben sich hunderte Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Parteien und Gewerkschaften aus 21 Ländern zum Bündnis ‚Stop TTIP‘ zusammengeschlossen und eine europäische Bürgerinitiative gestartet. Aufgrund rechtlicher Bedenken hat die europäische Kommission diese Initiative abgelehnt. Die Mandate, auf deren Basis die Handelsabkommen verhandelt werden, seien keine formalen Rechtsakte. Nur gegen solche aber sei eine Bürgerinitative möglich, so das Argument. Im Klartext heißt das: Geheime Verhandlungen dürfen durch die Bürger*innen nicht gestoppt werden, weil geheime Verhandlungen die Bürger*innen nichts angehen – selbst wenn die Ergebnisse deren Leben direkt beeinflussen. Deshalb organisiert das Bündnis „Stop TTIP“ die Bürgeriniative nun selbst. Auch wir als Grüne Jugend unterstützen diese Initiative und fordern: Erst TTIP und CETA stoppen, dann neu verhandeln – transparent, wie es sich für ein demokratisches Europa gehört. Jede Stimme gegen TTIP und CETA zählt – auch eure! Unterzeichne jetzt die Petition gegen TTIP und CETA!


 

Offener Brief: “Keine GRÜNE Zustimmung zur Verschärfung des Asylrechts!”

Die Grüne Jugend Rhein-Sieg unterstützt – gemeinsam mit zahlreichen Landesverbänden und Basisgruppen der Grünen Jugend – einen offenen Brief, in dem die Bundesratsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aufgefordert werden, am 19. September gegen eine Gesetzesvorlage zu stimmen, mit der Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien zu “sicheren Herkunftsstaaten” erklärt werden sollen. Damit soll die Abschiebung von Geflüchteten, insbesondere von Roma, in die Staaten erleichtert werden, aus denen sie oft aufgrund von Armut, einem weit verbreiteten antiziganistischen Rassismus und damit einhergehender struktureller Diskriminierung geflohen sind.

Dieses, von vielen Flüchtlingsorganisationen wie Pro Asyl scharf kritisierte Ansinnen, wird auch von der GRÜNEN JUGEND strikt abgelehnt.

Offener Brief:

Keine GRÜNE Zustimmung zur Verschärfung des Asylrechts!

Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien sind keine sicheren Herkunftsstaaten! Ob sie dennoch per Gesetz zu solchen erklärt werden, entscheidet sich am 19. September im Bundesrat. Entscheidend dabei wird sein, wie sich die Bundesländer mit GRÜNER Regierungsbeteiligung positionieren. Wir, die unterzeichnenden Organe der GRÜNEN JUGEND, fordern die Vertreter*innen von Bündnis 90/Die Grünen im Bundesrat auf, den Gesetzesvorschlag abzulehnen. Dass im Gegenzug Erleichterungen für andere Geflüchtete angeboten werden, ist ein fauler Kompromiss. Das Unrecht, das den Einen angetan wird, wird niemals durch das Recht aufgewogen, welches man den Anderen zugesteht.

Roma sind die am stärksten benachteiligte Minderheit in Europa.

So äußerte sich das EU-Parlament in einer Entschließung zur Lage der Roma, welche von der Gesetzesänderung besonders betroffen wären. Sogar die dem Gesetzesentwurf angefügten Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass Minderheiten in den angeblich sicheren Herkunftsländern nicht zu leugnende gesellschaftliche Diskriminierung erfahren. Auch schlechter Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung sind Folgen eines weit verbreiteten, antiziganistischen Rassismus. Das vorliegende Gesetz erkennt diese Realitäten jedoch nicht als asylrelevante Verfolgung an. Die beschriebenen Umstände werden damit faktisch für bedeutungslos erklärt. Hier offenbart sich ein menschenfeindlicher politischer Wille, dessen einziges Ziel es ist, möglichst wenig Geflüchtete aus diesen Ländern aufzunehmen.

Armut und Diskriminierung nicht als Fluchtgründe anerkannt.

Abschreckung ist das erklärte Ziel der Gesetzesänderung und zieht sich wie ein roter Faden durch die Asylpolitik der letzten Jahrzehnte. Armut und Diskriminierung werden nicht als Fluchtgründe anerkannt, obwohl Leben und Existenz der Geflüchteten vielfach bedroht sind. Hieraus resultiert auch die äußerst niedrige Anzahl erfolgreicher Asylanträge aus diesen Ländern. Diese ist ein Indikator für interessengeleitete und nicht an Menschlichkeit orientierte Entscheidungskriterien im Asylrecht. Sie ist kein Beweis für eine hohe Anzahl unbegründeter Anträge und damit als Argumentationsstütze für die angebliche Sicherheit dieser Herkunftsstaaten nicht geeignet.

Asylrecht ist Menschenrecht – kein Gnadenrecht!

Bei der Asylrechtsdebatte geht es nicht um Großzügigkeit. Das Asylrecht ist Menschenrecht und lässt sich damit nicht durch Kompromisse gegen andere Rechte abwiegen. Das Recht auf Asyl ist als Lehre aus dem Nationalsozialismus gezogen und ins Grundgesetz geschrieben worden. Deshalb verbietet sich jede Einschränkung dieses Grundrechts. Im aktuellen Fall gerade auch vor dem Hintergrund der Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Zeit.

Unsere Forderung an die GRÜNEN ist die Ablehnung des konkreten Gesetzesentwurfs. Wir erwarten ebenso ihren Einsatz für die Anerkennung von Armut und gesellschaftlicher Diskriminierung als Fluchtgründe. Darüber hinaus fordern wir die Rücknahme der faktischen Abschaffung des Rechts auf Asyl, die durch die Grundgesetzänderung 1993 erfolgt ist.

Weitere Infos zu UnterzeichnerInnen, Quellen usw. findet ihr hier: http://gj-goettingen.de/offener-brief-keine-gruene-zustimmung-zur-verschaerfung-des-asylrechts/